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Unser Sommerurlaub 2008 Urlaub mal mit allen Kindern - das hatten wir uns zum Ziel gesetzt. Schon klar, dass das rein kostentechnisch nicht länger als 1 Woche zu bewerkstelligen war. Hier nun die ausgeklügelte Vorgehensweise:
Meine Haasen-Kinder - Yanne und Dari - gingen direkt zu Beginn der Sommerferien 14 Tage lang zu Michael auf Papa-Ferien. 2 Tage lang hatte ich sie danach zuhause - sozusagen zum Wäschewechsel. Schwuppdiwupp war es Mittwoch früh, der 16. Juli 08 und die Kurzen brachen zusammen mit meinen Eltern zum Camping am Weißensee nach Kärnten auf. So kamen Lefti und ich in den Genuss dreier kinderfreier Wochen.
Zweifelhafter Genuss, wenn man selber normal arbeiten muss...aber doch, es war schon ruhig bis einsam zu Hause. Ganz ungewohnt. Die Kabine war jedoch recht gut frequentiert, so dass ich zum Teil froh war, dass die Jungs mich in der ganzen Zeit nicht vermissen mussten.
Wir selbst fuhren am Samstag, 26. Juli Richtung Süden, jedoch mit Übernachtungs-Stopp bei Leftis Eltern in Bad Boll. Am anderen Morgen gegen 11 Uhr nahmen wir Leftis drei Kinder aus dem Nachbarort auf und fuhren mit ihnen und unserem nagelneuen gebrauchten *lol* Opel Astra Caravan auf die österreichische Grenze zu.
Jaja, das Auto. Erstzulassung November 2007, 13.600 km. 1,6 l, Super-Fresser. Wenige Tage zuvor hatten wir es erst vom Opel-Händler übernommen, der sehnsüchtig erwartete Umbau auf Autogas war leider vor unserem Urlaubstrip nicht mehr möglich gewesen - aus Termingründen der Werkstatt. Sie hatten einfach zu viele Aufträge...
Nun standen wir vor dem Eltern - äh- Mutterhaus der Kinder und nahmen erstmals die Ladefläche und die Rückbank in Betrieb. Das logisch geschickte Packen der Ladefläche riss die Kindsmutter an sich - mit den Worten “wenn ich was kann, dann ist es Packen”. Zupp zupp zupp waren alle Taschen und anderen Behältnisse umorganisiert, Klappe zu, Affe tot. Doch DANN. Die Jungs zogen auf der Rückbank ein. Doch was war DAS? Der mittlere Gurt ließ sich nicht ziehen. Er saß straff in seiner Halterung und bewegte sich keinen Millimeter. Und jetzt? Natürlich können verantwortungbewusste Eltern doch kein kostbares Kind auf so einen gefährlichen Schleudersitz postieren! Und das sind wir ja schließlich. Verantwortungsbewusst *wichtichtu*.
Ich sah nur eine Möglichkeit: Ich musste mein eigenes Leben aufs Spiel setzen *lol* und in der Mitte zwischen dem kleinen und dem mittleren Rabauken Platz nehmen. Der große Felix kam so in den Genuss, die Beinfreiheit des Beifahrersitzes sowie die körperliche Nähe seines Vaters in Anspruch nehmen zu dürfen.
So fuhren wir einige Kilometer. Still war es auf der Rückbank. Klar, die böse Stiefmutter saß ja auch in der Mitte *g*. Die schönen braunen Augen meines Angetrauten konnte ich lediglich über den Rückspiegel anschmachten. Ach, Schade. Frustriert griff ich noch einmal zaghaft nach dem Gurt hinter meiner linken Schulter. Und nee,ne? ER KAAAAM!!! Juppidu! Die Kilometer meiner Lefti-Abstinenz waren gezählt! Ich konnte mich zunächst mal grundanständig anschnallen und harrte meiner Chance, bei der nächsten Pinkelpause bzw. beim nächsten Tankstopp den Platz zu wechseln. Offenbar hatten die anderen Familienmitglieder zu Anfang derartig gefühllos an dem Gurt gerissen, dass dieser erstmal auf Dauersperre gegangen war. Nun war alles wieder in Ordnung.
Abends, nachdem wir unsere Hotelzimmer bezogen hatten, ging es hinüber zum Campingplatz, wo wir am Restaurant auf meine Kinder und Eltern warteten. Wir bestellten uns etwas zu essen und nach dem großen Halloooo beim Zusammentreffen mussten erstmal die letzten Neuigkeiten ausgetauscht werden.
Später sanken wir alle müde in unsere Kissen - Oma, Opa und die Haasen-Jungs in die ihres Wohnwagens, Familie Litke, 5-köpfig, in die des Gasthauses Wassermann.
Die nächsten Tage waren wettermäßig alle gleich: Aufstehen um halb 9 bei wolkenlos blauem Himmel, ab 14/15 Uhr Weltuntergangsstimmung mit dicken Wolken und Gewitter. Nun ja, darauf konnte man sich wenigstens einrichten.
Oft gestalteten wir die Tage demnach so, dass wir uns um 9 Uhr mit den 3 Kindern im Frühstücks-Saal trafen, gemütlich schmausten (Danke, liebe Wassermänner, Euer Frühstück ist geniaaaal!) und gegen 10 Uhr die Badesachen schnappten, um erstmal an den herrlichen See zu fahren.
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Das waren die schöööönsten Stunden! Die Kinder waren am See zum Schaufeln und Baden und Tauchen und Vom-Steg-springen und weiß der Teufel was alles, wir lagen gemütlich auf unserer Decke und schauten gelegentlich in den schönen blauen Himmel.
Diese Zeiten allerdings waren die selteneren. Meistens musste man ja doch 1,5 Ohren und Augen für die Jungs freihalten, um alle Bedürfnisse und auch Auseinandersetzungen mitzubekommen.
Die Fahrten im Auto waren oftmals die reinste Plage. Die Besetzung der Rückbank konnte nicht nur mal ruhig beieinander sitzen, nein, es wurde genervt, geschubst, provoziert - und - ach - man wollte eigentlich nur noch schnell ans Ziel und aussteigen.
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In der Woche gingen wir 2 mal auf Einladung meiner Eltern im Gasthaus Ronacher essen. DAS war natürlich die bequemste und für uns günstigste Variante, in den Genuss einer gepflegten und ausreichenden Magenfüllung zu kommen. 2 mal gingen wir selbst mit den Kindern Essen und 2 mal gab es am Abend einfach Butterbrot auf unserem Balkon im Gasthaus. Mittags konnte man im Strandbad günstig Pizzabaguette, Pommes, Knofelbrot für die Kids erstehen (neben den natürlich immer mitgebrachten Snacks wie Äpfel, Plätzchen und Schorlen). Wir selber bevorzugten das eine oder andere Mal einen frisch zubereiteten Salat.
Unternehmungen: Mit meinen Eltern zusammen gingen wir alle auf Wandertour zur Gusenalm. Man fuhr zuerst bequem mit dem Auto die Goldeck-Panoramastraße hinauf. Oben angekommen ging es berauf, bergab im Wandertempo etwa 1 Stunde bis zur Alm, wo wir eine zünftige Bauernmahlzeit serviert bekamen und Buttermilch aus riesigen Gläsern trinken konnten.
Die Kinder waren soo fit, munter und aufgedreht, dass sie den Weg beinahe doppelt liefen, so “tanzten” sie sich regelrecht durch die für uns Große teils anstrengendene Bergwelt! Ein gewaltiger Lärmpegel begleitete uns durch die idyllische Natur, die 5 johlten und krakeelten sich hüpfend wie die Flummies über die Höhenmeter. Entspannung gleich 0 für uns ruhebedürftigen Erwachsenen.
Zusammen mit den Litke-Kids besuchten wir an einem Nachmittag das Schloss Porcia in Spittal an der Drau. Dort flanierten wir durch das Volkskundemuseum. Wir sahen Spielzeug und Haushaltsgegenstände aus längst vergangenen Zeiten und viele, vieles mehr. Sogar ein echtes Schlossgespenst haben sie sich seit dem letztem Jahr zugelegt *lol*: Die Gräfin von Sallamanca, letzte Bewohnerin des Schlosses, soll dort ihr Unwesen treiben. Leider hat sie sich uns nicht gezeigt.
Wir besichtigten auch Villach, wo gerade Kirchtag war. Die ganze Stadt war mit Fressbuden ausgerüstet, natürlich auch alle anderen Kleinstgewerbe, die man auf einer großen Kirmes findet, boten dort ihre Waren an. Ein wunderschöner Tag war das dort!
Beeindruckend war auch der Besuch der Bichlkirche auf einem Gipfel hoch über der Gemeinde Stockenboi. Schon die Zufahrt war ein Abenteuer. In schmalen Serpentinen schlängelte sich eine schlechte Straße dort hinauf. Oben angekommen, bot sich uns ein atemberaubender Anblick über den Stockenboier Graben. Ein einsamer, faszinierender Ort. Leider war die Kirche verschlossen, so dass wir sie nur von außen ansehen und über den kleinen Friedhof laufen konnten.
An einem Nachmittag wanderte ich mit Lefti allein 2 Stunden zum Gasthaus Weißenbacher. Eine leichte, erholsame Tour entlang des Weißenbachs, dem Abfluss des Weißensees. Leider regnete es streckenweise ein wenig, aber immerhin war es warm. Die Kinder spielten derweil - auch im leichten Regen - am Weißensee-Ufer weiter im Sand und zogen sich, als sie den Regen leid waren, in das Vorzelt meiner Eltern zurück.
Mit Felix besprachen wir an einem lauen Sommerabend beim Weinchen (also WIR) noch so das eine oder andere Erwachsenen-Thema. Besonders er nutzte auch zwischendurch sehr gerne und intensiv die Gesprächs- Möglichkeiten mit seinem Papa. Die beiden ließen sich viel Zeit füreinander und so kamen viele Dinge zur Sprache, die in den sonstigen Gelegenheiten so gar keinen Platz haben. Wichtig, wichtig, wichtig!!!! sind solche Zeiten!
Abschließend muss man diesen Urlaub in erster Linie als Urlaub für die Kinder begreifen. Sie haben mal wieder ganz etwas anderes gesehen, hatten keinen Terminstress, konnten sich austoben und ihre freie Zeit so richtig wild ausleben.
Für uns Erwachsenen war es meistens stressig. Selbst noch in der nächtlichen Alleinsei-Zeit sprach man über die erlebten Situationen, natürlich über die Verhaltensweisen der Kinder und man war ehr wenig ganz BEI SICH. Die Aufmerksamkeit war permanent nach außen gerichtet, viel zu wenig auf das eigenen INNEN. Und dann ist man letztlich glücklich und zufrieden, wenn man nach der Woche wieder einem geregelten Leben mit verbrieftem Feierabend entgegensehen kann!
Lefti hat es am Weißensee schon auch gut gefallen. Ich habe noch sein Versprechen im Ohr, dass wir hier ganz sicher nicht zum letzten Mal gewesen sind. Ja - es ist ein fantastischer Ort. Ein wundersamer, eigenartiger, faszinierender Ort. Seine volle Wirkung konnte er diesmal noch nicht auf unsere Seelen entfalten, dafür war viel zu viel Tamtam um uns herum. ABER DAS WASSER!!!! Dieses ABSOLUT UNGLAUBLICHE, kristallklare, Wasser, in das man schier versinken möchte - es hat etwas mild Reinigendes, etwas Beruhigendes, Zuversichtliches. Eine Art Jahrmillionen alte Weisheit liegt darin, in der man sich baden, die man trinken - also ganz in sich aufnehmen möchte....*dahinschmelz*
Eine ganz bestimmte Situation, die ich mir vor dem Urlaub immer wieder vorgestellt habe, hat es leider nie gegeben:
Sternklare kühle Nacht. Völlige Stille bis auf das Grillen zirpen. Lefti und ich betreten den Holzsteg, der einige Meter über den herrlichen See führt. Nur wir 2 - niemand da, außer uns. Wir setzen uns am Ende des Steges eng nebeneinander, die Füße kurz über der Wasseroberfläche und lauschen - schauen - fühlen - riechen. Den See, den Wald, die Berge, die Nacht, die Sterne. Und UNS.
Beide sind wir nun mal extrem gefühlsbetonte Romantiker. Wie muss es wohl sein, mit dem über alles geliebten Menschen an dieser Stelle dasselbe zu fühlen? Ich habe Gänsehaut bei dem Gedanken und meine Augen beginnen leicht zu brennen...
Es darf ja ruhig noch lange dauern, Sterntaler - aber lass es irgendwann mal wahr werden!
Bilder zur Geschichte kommen in Kürze in Form einer Fotogalerie. Noch ein bissl Geduld ;-)
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